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Detlev Poettgen

 

Goldwaschen in der Schweiz

 20 Oktober 2009 22:30:06
Vor zwei Wochen waren wir in der Schweiz zum Goldwaschen.
In der Nähe von Luzern gibt es eines der lohnensreichsten Goldvorkommen in Mitteleuropa.
Image:Goldwaschen in der Schweiz
Erich, Veit-Enno, Marko und ich sind Donnerstag losgefahren und hatten 2,5 Tage Natur pur. 2,5 Tage einfach nur Abschalten. Keine Mails, viele Funklöcher, frische Luft und Ruhe (bis auf die Schweizer Kuhglocken)...

Die beiden Profis haben Marko und mich ein wenig an die Hand genommen. Insbesondere bin ich jetzt ein wenig klüger geworden, wo man am besten mit dem Goldsuchen beginnen sollte.
Will man ein Gramm besser einige Milligramm Gold am Tagesende als Ausbeute haben, heißt es große Mengen Material in Form von Flusskies zu bewegen. In dem Flusstal, wo wir gewaschen haben, geht man von 10gr Gold pro Tonne Flusskies aus, was aussergewöhnlich ist.
Somit müßte in der Theorie eine Tonne Kies mit Schaufel, Sieb und Schüssel manuell gewaschen werden, um 10 Gramm Gold zu erhalten. An einem Wochenende ist dies nicht leistbar, da zu Zeitaufwändig.

Daher ist Profiwerkzeug (Schleuse oder Rinne) wichtig, um eine "sichtbare" Ausbeute zu haben. Die Rinne und die Flussströmung übernehmen hier den Großteil der Arbeit und reicheren das verbleibende Konzentrat mit der Zeit an.
Image:Goldwaschen in der Schweiz  Image:Goldwaschen in der Schweiz

Man sucht sich also eine geeignete Stelle (das ist die eigentliche Kunst!!!) im Fluss und beginnt ein Loch in den Kies zu graben. Je tiefer, um so besser. Da Gold sehr sehr schwer ist, sinkt es nach unten und hat die Tendenz sich am Felsgrund, Ritzen oder Spalten abzusetzen.
Man schaufelt dann alles fleissig stumpf in seine Rinne. Diese hat verschiedene Fangvorrichtungen, welche sich das spezifische Gewicht des Goldes zu Nutze machen und die Goldflitter auffangen. Nach einer Stunde schaufeln, wird die Rinne aus der Strömung genommen und in einen Eimer oder einer Goldwaschpfanne ausgespült.
Das verbleibende Konzentrat wird mit einer Goldwaschpfanne ausgewaschen und das Gold mit einer Pipette geerntet.
Image:Goldwaschen in der Schweiz

Goldwaschen ist Knochenarbeit & reich wird man damit sicher nicht. Ein Schweizer Goldwäscher, den wir getroffen haben, hat diesen Sommer insgesamt 18 Gramm Gold erwaschen. Bei ca. 20 Euro pro Gramm kein Vermögen.

Aber es macht definitiv viel Spaß. Wenn man es einmal Funkeln sieht, sind die Mühen vergessen.

Mit entsprechender Profirinne hatte Veit-Enno am ersten Tag innerhalb von 3 bis 4 Stunden eine ansehnliche Menge Flitter erschaufelt/erwaschen. Die Größten waren bis zu 2 mm groß. Meine Ausbeute muß ich noch fotografieren. Reiche ich aber noch nach.

Vielen Dank nocheinmal an Erich und Veit-Enno
... bei nächsten mal bin ich wieder mit dabei!!!
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