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Detlev Poettgen

 

Meine Gedanken zur Apple WWDC und Google IO – Aufbruch in eine schöne neue Welt

 26 Juni 2014 12:27:12
Ich bin leider zeitlich nicht dazu gekommen meine Eindrücke von meiner ersten Apple WWDC Teilnahme zusammen zu fassen. Hierzu in einem getrennten Blogpost mehr im Detail – versprochen.

Interessant ist, das Apple auf der diesjährigen WWDC Anfang Juni und Google auf der gerade stattfindenden Google I/O, ähnliche Themen adressieren, die meiner Meinung nach unserer aller tägliches Leben in Zukunft ähnlich einschneidend verändern wird, wie die ab 2007 mit dem iPhone gestartete Smartphone / iPad Revolution.

Das iPhone hat auf jeden Fall meine Lebensweise einschneidend geändert. Ich habe nahezu immer ein Gerät griffbereit bei mir, um meine Mails zu checken, um mit meiner Community zu chatten, um Preisvergleiche zu machen, zu Navigieren, ein Foto zu machen, mir die Wettervorhersage anzusehen oder mir die aktuellen Fußballergebnisse anzusehen. Kurzum ohne Smartphone bin ich nicht komplett hilflos, aber es ist ein wichtiger Teil in meinem Leben geworden.

Ich würde die aktuelle Situation mal als Mobility 2.0 deklarieren.

Mobility 1.0 war Edge & WAP und der Nokia-Knochen in meiner Hand, mit dem ich nur SMS geschrieben und telefoniert habe.

Mobility 2.0 ist das Jetzt. Mein Smartphone oder mein iPad als Device, das ich bei mir trage, bewusst in die Hand nehme und mich auf das eine Device fokussiere.

Aber genau das ist auch das aktuell Unschöne. Es ist ein Device, welches ich jederzeit griffbereit haben muss. Es stört und nervt, wenn ich (bleiben wir mal beim Wetter) das Gerät erst wieder aus der Tasche holen muss, oder noch schlimmer in der Wohnung suchen muss, um mir den Wetterbericht anzusehen.

Ich denke, mit den auf der WWDC und der jetzigen Google I/O vorgestellten Dingen, bewegen wir uns eine Stufe weiter Richtung Mobility 3.0. Dies wird mein Leben ähnlich ändern, wie es das iPhone getan hat.

Ich habe all meine geliebten mobilen Funktionen im Zugriff, benötige hierfür aber gerade nicht mehr direkt mein Smartphone. Ich kann mich frei bewegen und die mobilen Dienste überall konsumieren.

Und hier kommen die von Apple neu vorgestellten Continuity Funktionen ins Spiel. Ich kann von meinem Mac aus Anrufe über das iPhone annehmen und direkt vom Mac aus über das iPhone telefonieren, ohne das Gerät in die Hand nehmen zu müssen. Google hat auf der I/O ähnliches für Chromebooks vorgestellt. Ich habe meine mobilen Services komfortable auf dem Display meiner Wahl direkt verfügbar. Egal ob das gerade das Smartphone, mein Tablet, mein Desktop PC oder der Fernseher ist.

Der neue, spannende und entscheidende Punkt sind aber die Wearables, um genau zu sein die Smartwatch! Eine Smartwatch ist mein komfortabler und dezenter Begleiter, der mir hilft meine auch alltäglichen Dinge zu erledigen.

In den letzten Monaten stellte sich in vielen Diskussionen häufig die Frage:

Was bringt so eine Smartwatch und brauche ich so was?

Die Antwort war meistens: Ein nettes Spielzeug - aber macht so keinen Sinn.

Komisch: Erinnert mich irgendwie an die Reaktionen auf die Vorstellung des ersten iPhones.

Bei der Apple WWDC hat es bei mir Klick gemacht.

Meine Prognose: In den nächsten zwei oder drei Jahren wird jeder der intensiver Smartphone Benutzer ist (was wir glaube ich alle sind) auch eine Smartwatch haben werden bzw. wollen.

Wenn ich hier einmal nur Apple herausnehme, muss man einfach verstehen, was Apple für die App-Entwickler auf der WWDC bereitgestellt hat.

Mit Healthkit und insbesondere Homekit ist die schöne neue Welt vorgezeichnet. Healthkit macht nur mit einer Smartwatch wirklich Sinn. Meine Aktivitäts- und Gesundheitsdaten werden von einem zentralen Wearable gesammelt. Auf diese Daten können „Gesundheits“- und „Sport“-Apps gemeinsam zu greifen und diese Daten auswerten können.

Bei Homekit geht es um Heimautomation. Also um: „Licht an!“, „Licht aus!“, „Fensterrolladen hoch!“, „Ist der Herd noch an?“ oder „Ist die Waschmaschine schon fertig?“

Will ich das nur mit meinem Smartphone benutzen? Die Antwort lautet für mich: Nein

Wenn ich all das über meine Smartwatch per Sprachbefehl oder eine einfache Geste machen kann, werde ich dies genau so tun wollen. Und die Fernsehfernbedienung kann dann auch eingemottet werden.Warum hat Google Nest gekauft? Genau deshalb!

Die bisherigen im Markt befindlichen Smartwatches waren und sind nicht zu Ende gedacht. Aber genau wie vor der Vorstellung des ersten iPhones merkt man, es liegt was in der Luft.

Die Technik ist da, aber es fehlt das vernünftige Gesamtpacket aus Technik, Software, Use Cases und Usability, um ein erfolgreiches Produkt daraus zu machen. Wenn jemand das konnte, dann war es Apple oder um genauer zu sein Steve Jobs. Die persönlich Live mit erlebte WWDC hat mir gezeigt, das Apple uns genau hier auch ohne Steve Jobs in sehr naher Zukunft überraschen wird

Apple hat mit keinem Wort in keiner Session eine iWatch während der WWDC erwähnt. Aber allen anwesenden Personen war die Mission klar:

Sie wird kommen! Und als App Entwickler habt ihr ca. die drei üblichen Monate Zeit euch mit Healthkit & Continuity & Homekit darauf vorzubereiten geniale Apps zu bauen, die unseren Alltag revolutionieren werden.

Google ist hier gestern mit Android Wear und der Lieferbarkeit erster Smartwatches vorgeprescht.

Werde ich mir (in meinem Fall) eine iWatch kaufen, wenn Sie verfügbar ist? Die Antwort ist ein definitives Ja!

Und ich freue mich auf diese schöne neue Welt.

(Ich bin mir aber auch der damit evtl. verbundenen Risiken bzgl. der Privatsphäre bewusst.)

Ich habe nun genug philosophiert, was ist eure Meinung?

Kommentare

1Sven Hasselbach  26.06.2014 21:45:39  Meine Gedanken zur Apple WWDC und Google IO – Aufbruch in eine schöne neue Welt

Meiner Meinung nach sind Wearables nicht mal Ansatzweise mit der "Entwicklungsstufe" ein Smartphone vergleichbar: Gab es das mobile Internet schon länger, so wurde es erst mit Einführung des iPhones für die breite Masse wirklich nutzbar (u.a. durch bezahlbare Flatrate-Tarife). Dies ermöglichte das "Always On", und dadurch Durchdrang das Smartphone mehr und mehr das tägliche Leben. Überall Internet, überall erreichbar, in Kombonation mit sozialen Netzwerken wurde auf diese Weise das Smartphone ein begehrtes Gut: Es steigerte das Wertgefühl der Nutzer ("Ich bin wichtig!"), erlaubte Überall-Kommunikation ("Nix verpassen!"), Navigationshilfe, Preisvergleich, Unterhaltung, News... wo auch immer. Für den Alltag ungemein nützlich.

Dieses Potential sehe ich für Wearables nicht. Zum einen hat sich das Bewustsein bezüglich der Überwachbarkeit geschärft (siehe Ablehnung von Google Glas), zum Anderen erhöhen die mittels der Health-Funktionalitäten gesammelten Informationen nur bedingt den Wohlfühlfaktor ("Schon wieder zu wenig Bewegung."). Auch sehe ich persönlich keinen echten Mehrwert z.B. für Firmen: Kann ein Außendienstler unterwegs Mails lesen, ist das aus Sicht der Firma sicherlich positiv. Doch welchen Wert bringen hier die Wearables (für den Massenmarkt)?

Die Heimautomation ist sicherlich ein interessantes Feld. Aber hier wird es wirklich komplex: Eine schaltbare Steckdosenleiste lässt sich "nachrüsten", aber die komplette Beleuchtung eines Hauses? Oder die Steuerung von Rolläden? Das kostet ein paar Euro. Und kratzt nicht mal ansatzweise an den Möglichkeiten eines KNX/EIB-Systems. Der fernsteuerbare Herd mag ja ein netter Gedanke, aber bis es hier nennenswerte Fortschritte und der nötigen Vebreitung kommt, ist das Jahr 2030 Vergangenheit. Ein Kühlschrank ist kein Smartphone, das vom Provider zu 0 Euro einmal jährlich subventioniert wird.

Von daher ein netter "Zukunfstmarkt". Aber wie das Thema "Auto" wird es Jahre dauern, bis überhaupt ein Markt entstanden ist, den ich als App-Entwickler bedienen kann.

Das war mit Einführung der Smartphones anders: Die Geräte, die es praktisch zum Nulltarif gibt, wurden durch die Apps verbessert, was wiederum den Erwerb von Smartphones förderte. Win-Win.

Auch wenn die App gratis ist: Kaufe ich mir eine neue Thermostate im ganzen Haus (für einen verstelligen Betrag), um von unterwegs die Heizung regeln zu können?

In meinem Fall: Ja. Ich habe alles für die Heimautomation aufgerüstet. Ich kann von unterwegs die Markise auf der Terasse einfahren, wenn der Wind zu stark wird. Oder ich mache die Tür remote auf, wenn jemand klingelt. Doch dafür reicht es nicht aus, eine App zu installieren...

2Harald Gaerttner  27.06.2014 10:18:00  Meine Gedanken zur Apple WWDC und Google IO – Aufbruch in eine schöne neue Welt

Also bei mir ist es - was die iWatch angeht - ein definitives "wahrscheinlich" ;-)

Als jemand der seit über 20 Jahren keine Uhr mehr trägt bin ich skeptisch ... aber da ich die Designs von Apple kenne "vorsichtig optimistisch".

Aber rein funktional, ja bitte!

Wenn ich zum joggen gehe habe ich mein Smartphone und meinen Pulsgürtel dabei. Weil es mit Analyse der Daten einfach sinnvoller ist und mehr Spass macht.

Aber schon wenn ich beim CrossFit bin wird es schwieriger. Denn da habe ich die Geräte nicht immer am Mann und da wird es mir einfach zu aufwendig. Wenn sowas eben mit einer Uhr gelöst werden kann - super.

Ich nutze Apps wie SleepCycle dort kann ich neben meiner Schlafqualität morgens meine Ruhepuls erfassen. Das Ergebnis ist interessant. Denn meistens habe ich hier einen sehr guten Wert. An Tagen an denen dieser schlecht ist gibt es auch üblicherweise eine Grund dafür.

Ja, man weiß selber wann man sich gut oder schlecht fühlt aber - selbst ohne medizinisches Studium - helfen einem diese zusätzlichen Informationen dafür zu sorgen, dass man seine eigenen Lebensumstände verändern / verbessern kann.

Aber wie am Beispiel Sleepcycle sind diese Daten halt in Silos untergebracht. Wenn ich aber nun mit einer Smartwatch und dem Healthkit diese Daten zusammenbringen kann macht es erst so richtig Spaß!

Und ja, "Ich bin mir ... auch der damit evtl. verbundenen Risiken bzgl. der Privatsphäre bewusst.". Aber im Moment sehe ich den möglichen Mehrwert höher als das Risko.

Beim Thema "Home-Automation" hat die Smartwatch für mich allerdings weniger Mehrwert. Das Thema sehe ich immer noch eher beim Smartphone und der damit verbunden höheren Funktionalität.

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